Richtig ankommen: Antigewalt-, Verhaltens- und Kommunikationstraining (AVK) für gewaltgefährdete und gewaltbedrohte (unbegleitete) minderjährige Flüchtlinge und deren Eltern in Berlin

Sich in einem neuen Lebensumfeld zurechtzufinden, ist nicht immer leicht. Erst recht, wenn man die eigene Heimat aufgrund traumatischer Erlebnisse wie Krieg und Verfolgung verlassen musste. Dieses Projekt unterstützt Kinder und Jugendliche dabei, auftretende Konflikte in ihrer neuen Umgebung angemessen zu erfassen, sie gewaltfrei zu entschärfen und künftig zu vermeiden.

Dafür werden die Quellen möglicher kultureller Missverständnisse offengelegt und konkret erlebte Situationen aufgearbeitet. Zudem erarbeiten und fördern wir soziale, kommunikative Kompetenzen. Einzeln und in der Gruppe üben wir verschiedene Strategien zu Deeskalation und zugehörige Sprachkenntnisse. Dabei geht es auch darum, Wissen und Vertrauen bezüglich der in Deutschland üblichen Konfliktlösungs-vorgänge in Ernstfällen zu vermitteln, wie z.B. das Einschalten der Polizei in Problemlagen, die nicht eigenständig gelöst werden können.

Die offene Gruppenarbeit mit 8–12 Teilnehmer/innen wird einmal pro Woche durchgeführt, wobei vor den Modulen eine Kennenlernrunde stattfindet. Hier wird die jeweilige Situation erfragt, um bei Bedarf in intensiveren Einzelgesprächen eine tragfähige Beziehung aufzubauen. Zudem veranstalten wir einmal wöchentlich Elternabende, bei denen in vertrauensfördernden Einzelgesprächen auch die Situationen und eventuelle Traumata der Eltern erfasst werden. Das Projekt stößt bei den Teilnehmern/innen alljährlich auf sehr positive Resonanz und aktive Mitarbeit.